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Sächsische Parks: Die historischen Parkanlagen von Bad Elster

Um 1850 wurden die historischen Parkanlagen Bad Elsters im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt. Das harmonische Ensemble im Zusammenspiel mit der Bäderarchitektur aus Gründerzeit und Jugendstil begeistert Besucher ebenso wie die jährliche Rhododendronblüte und die nach überlieferten Vorlagen arrangierten rund 70.000 Saisonpflanzen.

Für die zu den Königlichen Anlagen zählenden Parkbereiche hinterließen die bedeutendsten Gartenarchitekten Europas ihre Handschrift im vogtländischen Bad Elster. Erste Formen nahm die Gestaltung mit der Ernennung des kleinen Örtchens zum Königlich Sächsischen Staatsbad im Jahr 1848 an. In der Folge wirkten hier der Pückler-Schüler und Weimarer Hofgärtner Eduard Petzold, der Dresdner Gartenbaudirektor Max Bertram, der Königlich-Sächsische Gartenbauinspektor Paul Schindel sowie Gustav Allinger und Herrmann Schüttauf.

Schmuckbeete und Sichtachsen im Albert Park

Königliches Kurhaus Bad Elster

Rund um das feudale Königliche Kurhaus erstreckt sich der Albert Park. Foto: Sächsische Staatsbäder GmbH

Der um 1848 von Eduard Petzold in Zusammenarbeit mit dem ersten Badegärtner Friedrich Prohaska im englischen Stil geschaffene Albert Park umschließt das feudale Königliche Kurhaus im Herzen Bad Elsters. Nach 1890 gestaltete der noch junge Paul Schindel die Anlage nach Plänen Max Bertrams um, bevor Schindel selbst den Park bis zum Forellenteich erweiterte.

Heute charakterisieren den historischen Albert Park neben weitläufigen Wiesen und typischen Blickbeziehungen eines Landschaftsgartens vor allem die imposanten Schmuckbepflanzungen vor dem Königlichen Kurhaus. Vorbei an ruhenden Weihern und Teichen, wie beispielsweise dem Carola Weiher und dem Linden Teich, schlängeln sich Wege durch das romantisch wirkende Areal. Hier findet man auch die berühmte Statue der Gesundheitsgöttin „Hygiea“ und eine mächtige Roteiche, die zu Ehren des Gartenbauinspektors Paul Schindel gepflanzt wurde und heute „Schindel-Eiche“ genannt wird.

Wasserspiele und Kunst im Park am Badeplatz

Springbrunnen Park Bad Elster

Im Park am Badeplatz sorgen verschiedene Wasserspiele für charmantes Flair. Foto: Sächsische Staatsbäder GmbH/I. Pastierovic

In der charmanten Parkanlage rund um den Badeplatz können die Kurgäste entlang der Kolonnaden flanieren, der Gesundheit mit natürlichen Mineralheilwässern aus Marien- und Moritzquelle Gutes tun, gemütlich Kaffee trinken und sich am Waldspringbrunnen, Goethebrunnen und den Elsterbrunnen erfrischen. Mehrere Kunstskulpturen, der Musikpavillon am Badeplatz und die historische Schutzhütte der „Bettybank“ lassen sich am Übergang zum Waldpark finden.

Eduard Petzold war auch hier ab 1850 Impulsgeber für erste Wege und Bereiche, bevor Paul Schindel nach 1890 zusätzlich Spiel- und Sportplätze integrierte. Ab 1928 gestaltete Gustav Allinger den Parkteil hinter der heutigen KunstWandelhalle um. Später kamen Rhododendren, Wasserspiele, anspruchsvolle Wechselbepflanzungen und Themengärten wie der Heide- und Gehölzgarten hinzu. Botanische Besonderheiten des Parks am Badeplatz sind Exemplare der eichenblättrigen Hainbuche, des Silberahorns, der Schlangenfichte, des Tulpenbaums und der haselnussblättrigen Birke.

Romantische Landschaft im Paul-Schindel-Park

Radfahrer Bad Elster Paul-Schindel-Park

Der Paul-Schindel-Park folgt der Auenlandschaft entlang der Weißen Elster. Foto: Fouad Vollmer Werbeagentur

In einer Auenlandschaft entlang der Weißen Elster erstreckt sich der Paul-Schindel-Park. Ursprünglich von Schindel als Südpark entworfen, wurde er 2004 zu Ehren des bedeutenden Gartengestalters umbenannt – dessen gartenarchitektonische Schöpfungen prägen bis heute im Wesentlichen das Bild der historischen Parkanlagen von Bad Elster.

Zum Teil säumen alleeartige Baumbestände die sanft geschwungenen Wege durch die weitläufige Aue. Verschiedene Rhododendronsorten und farbenprächtige Mischpflanzungen am wunderschön gelegenen Floratempel am Südufer des Louisa-Sees sorgen ebenfalls für romantisches Flair. Spaziergänger können außerdem reizvolle Blickbeziehungen zwischen den Freianlagen wie dem Licht-, Luft- und Schwimmbad, der angrenzenden villenartigen Bebauung und den raumbildenden Waldkanten entdecken.

Wandern im Waldpark Bad Elster

Das Wandergebiet auf und um den Brunnenberg, in seiner Gestaltung wiederum maßgeblich von Paul Schindel beeinflusst, erfreut sich mit seinen zahlreichen Schutzhütten und Aussichtspunkten bei Ausflüglern und Wanderern großer Beliebtheit. Vor allem im Sommer bietet das schattige Areal einen erfrischenden Kontrast zu den vergleichsweise sonnigen Parkanlagen im Tal.

Durch den Waldpark verlaufen verschiedene Terrainkurwege. Außerdem befinden sich hier mit dem NaturTheater, einem Fitness- und Motorikpark oder dem Waldspielplatz „Elsterweltchen“ reizvolle Ziele für Familien. Ausgewiesene Wege können als Reitwege genutzt werden.

TIPP

Seit 2021 werden die Parkanlagen Bad Elsters an ausgewählten Abenden kunstvoll illuminiert. Vom Albert Park über den Badeplatz bis hin zum Waldpark taucht die Lichterwelt die Königlichen Anlagen in ein erleuchtetes Farbenmeer.

Albert Bad Illumination Park Bad Elster

Foto: Sächsische Staatsbäder GmbH/I. Pastierovic

Bad Elster gehört gemeinsam mit Bad Brambach zu den traditionsreichen Sächsischen Staatsbädern.

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