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Ein Familienausflug nach … Hinterhermsdorf

Nur eine einzige Straße führt in den östlichsten Zipfel der Sächsischen Schweiz, wo sich Hinterhermsdorf scheinbar vorm Touristentrubel versteckt. Als erste Nationalparkgemeinde und einziger familienfreundlicher Urlaubsort in der Region ist es allerdings längst kein Geheimtipp mehr.

Mit historischen Kähnen durch die Kirnitzschklamm

Am besten lässt sich Hinterhermsdorf erwandern. Das Auto kann derweil auf dem Parkplatz an der Buchenparkhalle warten. Liebevoll gepflegte Gärten, verschwiegene Ecken, Brunnen und nicht zuletzt die über 70 Umgebindehäuser sind typisch für das beschauliche Dorf. Größte Attraktion ist die historische Kahnfahrt auf der Oberen Schleuse in der tief eingeschnittenen Kirnitzschklamm. Rund 45 Wanderminuten sind es bis hierher. Hoch aufragende bizarre Sandsteinfelsen rahmen die Bootsstation ein und spenden an heißen Tagen willkommenen Schatten. Sanft gleiten die grünen Kähne über das klare Wasser, während der Kahnfahrer auf urige Felsformationen am Ufer hinweist. Mit ein bisschen Fantasie verwandelt sich grauer Stein plötzlich in einen Frosch, ein Krokodil oder einen waschechten Berggeist.

Foto: Archiv TMGS/A. Krone

Die Obere Schleuse ist eine 700 Meter lange Stauanlage, die am Flüsschen Kirnitzsch einst für das Flößen von Baumstämmen angelegt wurde. Schon 1879 kamen die ersten „Sommerfrischler“ an diesen besonderen Ort. 20 Minuten dauert die Fahrt bis zur Staumauer, von wo gut ausgeschilderte Wanderwege zurück ins Dorf führen.

Wald und Dorf spielerisch entdecken

In der „Waldhusche“ steht das Abenteuer im Mittelpunkt. Foto: Archiv TMGS/A. Krone

Ein weiteres Highlight von Hinterhermsdorf ist das Walderlebnisgelände des Nationalparks Sächsische Schweiz, dessen Haupteingang direkt am Parkplatz an der Buchenparkhalle liegt. Die sogenannte Waldhusche ist jederzeit frei zugänglich und macht selbst Kinder, die Waldspaziergänge normalerweise langweilig finden, zu neugierigen Entdeckern. Auf 66 Hektar steht das Abenteuer im Mittelpunkt. Dafür sorgen 40 Stationen auf mehreren vernetzten Themenwegen. Ein Teil der Wege ist auch für Rollstühle bzw. Kinderwagen geeignet. Beim Klettern, Probieren und Mitmachen lernen die Kids nebenbei viel über den Wald von heute und die historische Waldarbeit. Der Name „Waldhusche“ kommt übrigens ebenfalls aus früheren Zeiten. Über eine hölzerne Rutsche „huschten“ die geschlagenen Holzstämme einst ins Tal.

Für Expeditionen in die Natur kann in der Tourist-Information ein Entdeckerrucksack ausgeliehen werden. Foto: S. Kleinert

Noch mehr Spannung bringt der Entdeckerrucksack ins Spiel, der im Haus des Gastes verliehen wird. Darin befindet sich alles, was für eine kleine Expedition nützlich ist, zum Beispiel Lupe, Taschenlampe und ein Buch zum Pflanzenbestimmen. Damit lassen sich auch die Rätsel des Entdeckerrundgangs durch das Dorf lösen. Wer alle elf Stationen erkundet, für den gibt‘s in der Tourist-Information mit dem richtigen Lösungswort ein Entdecker-Diplom und eine kleine Überraschung.

Nach dem Aussichtsturm zum Matschspielplatz

Wenn es stattdessen hoch hinaus gehen soll, ist der Weifbergturm das richtige Ziel. Nach 173 Stufen wartet in 30 Metern Höhe ein tolles Panorama der Sächsischen Schweiz. Auf dem Weg nach oben verkürzt ein „Baumquizz“ den Aufstieg über zehn Etagen.

Keine Frage: Hinterhermsdorf verspricht jede Menge neue Eindrücke. Als krönender Abschluss lockt nun noch der Matschspielplatz in der Freizeitanlage in der Dorfmitte.

Blick zum Weifberg mit dem Aussichtsturm, Foto: Monika Katzschner

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