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Ein Besuch im … Museum Göschenhaus bei Grimma

Viele Gäste sind begeistert, wenn sie zum ersten Mal in Deutschlands einzigem Verlegermuseum stehen. Im Grimmaer Ortsteil Hohnstädt, hoch über der Mulde, versprüht das Haus mit seinem idyllischen Garten noch immer jenen Charme, der schon Friedrich Schiller begeisterte. 1801 besuchte er den Landsitz seines Verlegers Georg Joachim Göschen und schwärmte später in einem Brief:

“Ich habe jetzt eine Anschauung Ihres zufriedenen Landlebens, ich kenne das Haus, das Sie bewohnen, die Gegend, die Sie umgibt, und kann mir nun alles, was Sie angeht, lebhafter vorstellen.“

Ein sommerlicher Landsitz für die Familie

Biedermeierzimmer Museum Göschenhaus Grimma

Viele Objekte aus dem Familienbesitz der Göschens sind im Biedermeierzimmer zu sehen. Foto: Museum Göschenhaus

Als Verleger von Friedrich Schiller, Johann Wolfgang von Goethe oder Friedrich Gottlieb Klopstock machte Georg Joachim Göschen Furore. Als Drucker setzte er neue Maßstäbe bei der Gestaltung von Büchern und als Ideengeber ist Göschen untrennbar mit dem modernen Buchhandel verbunden. Geboren in Bremen, erlernt er in seiner Heimatstadt das Buchhandelsgeschäft und gründet später in Leipzig einen Verlag und eine Druckerei. Um 1800 galt er als die führende Verlegerpersönlichkeit in Deutschland. Den Hohnstädter Landsitz, ein altes Pferdnergut bei Grimma, erwarb Göschen 1795 als Sommersitz für seine Familie. Fortan waren auch zahlreiche Autoren, Künstler und Gelehrte hier zu Gast. Neben Schiller gehörte dazu der Schriftsteller Johann Gottfried Seume. In Grimma begann er 1801 seine Wanderung nach Italien, die er im Reisebericht „Spaziergang nach Syrakus“ verarbeitete.

Diese Zeit lässt das Museum wieder aufleben. Das Biedermeier-, das Kamin-, das Seumezimmer und die Göschenstube geben einen Einblick in die Literatur und die Lebensweise der Menschen des 18. und 19. Jahrhunderts.

Kleinod mit südländischem Charme

Freundschaftspavillon Garten Museum Göschenhaus Grimma

Der Freundschaftspavillon im Garten ist einem Tempel nachempfunden. Foto: Museum Göschenhaus

Zum Haus gehört ein rund 4.300 Quadratmeter großer klassizistischer Privatgarten. Ab 1800 gestaltete Georg Joachim Göschen diesen selbst im englischen Stil, bis heute blieb er fast unverändert. Das ist einmalig in Sachsen. Der Verleger orientierte sich nachweislich an den Parkanlagen in Dessau-Wörlitz, wenn auch alles eine Nummer kleiner. Er nutzte die vorhandenen Terrassen, legte eine Theaterbühne an und ließ einen Pavillon in Form eines antiken Tempels errichten, ein Geburtstagsgeschenk an seine Frau Henriette. Im Pavillon befinden sich Möbel aus seinem Besitz, auf denen schon Friedrich Schiller Platz nahm. Neben der Theaterwiese findet sich ein Gedenkstein, den Göschen für Johann Gottfried Seume aufstellte. Kleine Rückzugsorte mit in die Weite wandernden Blicken und zahlreiche seltene Gewächse prägen das Kleinod.

Museum Göschenhaus
– Seume-Gedenkstätte –

Schillerstraße 25, 04668 Grimma

Tel. 03437 911118

Öffnungszeiten

Mittwoch–Sonntag 11–16 Uhr

Zu den Öffnungszeiten kann der Göschengarten kostenfrei besucht werden. Das Museum ist nur in Verbindung mit einer Führung zu besichtigen, die zu jeder vollen Stunde startet. Verschiedenste Veranstaltungen finden das ganze Jahr über an diesem besonderen Ort der Buchgeschichte statt.

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