Sommer auf Sachsens Theaterbühnen
Sachsens Theater locken mit einer bunten Open-Air-Saison an reizvolle Spielstätten. Auf dem Programm stehen verschiedenste Genres, von Musicals und Operetten über Familienstücke bis zu Abenteuergeschichten, Komödien und Tragödien. Wir haben Tipps für unterhaltsame Vorstellungen unter freiem Himmel gesammelt (Auswahl, Änderungen vorbehalten):
Dresden und Leipzig
Japanisches Palais Dresden
Ein Feuerwerk fantasievoller Ideen und anarchischen Humors zündet das Staatsschauspiel Dresden vom 30. Mai bis zum 5. Juli und vom 14. bis zum 29. August zum Open Air im Innenhof des Japanischen Palais. Aufgeführt wird „Der tollste Tag oder Figaros Hochzeit“: Endlich bricht für Susanne und Figaro der Tag ihrer Hochzeit an. „Toll“ wird er allerdings in ganz anderer Hinsicht. Graf Almaviva hat ebenfalls ein Auge auf Susanne geworfen und will Figaro vor der Eheschließung noch schnell bei ihr zuvorkommen. Doch die Liebenden entfalten ungeahnte Fähigkeiten zur Manipulation. Während sie zusammen mit der einsamen Gräfin versuchen, Almaviva in die Falle zu locken, tritt zu allem Übel dessen Hofintrigantin Bazilla auf den Plan und macht das Chaos perfekt.
„Der tollste Tag oder Figaros Hochzeit“ | Foto: Sebastian Hoppe
Großer Garten Dresden
Das Ensemble des Theaters junge Generation bespielt mit zwei Produktionen für Kinder ab vier Jahren das Sonnenhäusel im Großen Garten: Am 29. Mai feierte „Ausgebüxt! Wo sind die Kinder geblieben?“ Premiere. Das Stück, zu sehen bis zum 1. Juli, basiert auf dem erfolgreichen Kinderbuch des estnischen Autors Indrek Koff und beleuchtet das Verhältnis von Erwachsenen und Kindern auf humorvolle und berührende Weise neu. Vom 12. bis zum 24. Juni begeistert das Puppentheater-Stück „Das NEINhorn“ die Besucher.
Auf der Freilichtbühne im Zoo Dresden macht derweil der Narr „Till Eulenspiegel“ seine derben Scherze. Egal, ob er auf dem Seil tanzt oder einem Esel das Lesen beibringt: Mit seinen Streichen weckt er nicht nur Bewunderung, sondern zieht auch Unmut auf sich. Das Schauspiel für Kinder ab acht Jahren ist vom 7. Juni bis zum 1. Juli zu sehen.
„Till Eulenspiegel“ Foto: Foto Klaus Gigga
Schloss Klippenstein Radeberg
Radeberg bekommt eine neue kulturelle Bühne. Mit dem 1. Radeberger Sommertheater verwandelt sich der Schlossgarten von Schloss Klippenstein erstmals in eine Open-Air-Spielstätte. Vom 19. Juni bis zum 12. Juli wird hier ein abwechslungsreiches Programm aus Konzerten, Kabarett, Komödie und Musiktheater geboten – unter freiem Himmel und vor historischer Kulisse. Ab dem 25. Juni findet an zehn Abenden das Schlagermusical „Eine neue Liebe ist …“ statt und entführt die Besucher in einen Sommer, wie er früher einmal war: Ostsee, Campingplatz – und diese Lieder, die man nie vergessen hat.
„Eine neue Liebe“ | Foto: Radeberger Theatersommer
agra Messepark Leipzig
Die Hochs und Tiefs von Paarbeziehungen stehen im Mittelpunkt von „Ich denk schon wieder (nur an dich)“ des Schauspiels Leipzig. Fünf Figuren – und die, die sie spielen – machen sich auf, um nach den Gründen ihres immer wiederkehrenden Herzschmerzes zu suchen. Die große Liebe, wie sie in Büchern und Filmen vorkommt, scheint kaum erreichbar. Das Stück ist vom 22. August bis zum 5. September an neun Abenden zu sehen. Beginn ist jeweils 20 Uhr.
„Ich denk schon wieder (nur an dich)“ | Foto: Rolf Arnold
Region Chemnitz-Zwickau, Erzgebirge und Vogtland
Küchwaldbühne Chemnitz
Diesen Sommer inszeniert das Schauspiel Chemnitz „Das Dschungelbuch“ nach Rudyard Kipling auf der Küchwaldbühne. Das Menschenjunge Mowgli wächst im Dschungel als Teil des Wolfsrudels auf. Die Gesetze des Dschungels lernt er von seinen besten Freunden, dem Bären Baloo und dem Panther Bagheera. Ein Leben voller Freiheit – aber nicht frei von Gefahren: Die Schlange Kaa würde Mowgli zu gern verspeisen und die wilde Affenbande verbreitet Chaos. Und eines Tages kehrt auch der Tiger Shere Khan in den Dschungel zurück und Mowgli wird plötzlich mit seiner Vergangenheit und seiner wahren Herkunft konfrontiert. Kiplings berühmtes Kinderbuch ist eine Liebeserklärung an den indischen Dschungel und zugleich eine Geschichte über die Bedeutung von Familie und Freundschaft. Zu sehen ist das bekannte Abenteuer vom 13. Juni bis zum 11. Juli.
Seebühne Kriebstein
Das Ensemble des Mittelsächsischen Theaters führt vom 18. Juni bis zum 30. August die Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehárs auf der Seebühne Kriebstein bei Mittweida auf: Die reiche Witwe, Hanna Glawari, soll den Grafen Danilo heiraten, um ihr Vermögen im fiktiven Staat Pontevedro zu behalten und dessen Staatsbankrott zu verhindern. In Paris treffen die einstigen Liebenden aufeinander, doch Danilo weigert sich, Hanna aus Geldgier zu heiraten. Ein turbulentes Versteckspiel um wahre Gefühle, Eifersucht und Geld entspinnt sich. Lehárs Meisterwerk öffnete 1905 das Tor zu einer neuen Operettenära. Es wurde international auf der Bühne und schließlich auch auf den Kinoleinwänden zum Erfolg. 2026 ist die Witwe mit ihren populären Melodien erstmals auch auf der Seebühne Kriebstein zu erleben – live begleitet von der Mittelsächsischen Philharmonie.
„Die lustige Witwe“ | Foto: Mittelsächsisches Theater
Burg Schönfels und Theaterhof Plauen
Das Theater Plauen-Zwickau bringt zwei Produktionen auf die Freiluftbühnen Burg Schönfels und Theaterhof Plauen: In der Bühnenadaption „Stolz und Vorurteil* (*oder so)“ der britischen Autorin Isobel McArthur, nach dem Liebesroman von Jane Austen, erzählen die Dienstmädchen die Geschichte der unverheirateten Bennet-Schwestern, die von ihrer Mutter möglichst schnell unter die Haube gebracht werden sollen, aus ihrer Perspektive. McArthur bedient sich für die Adaptation eines Kniffs: Alle Rollen werden von denselben fünf Dienstmädchen übernommen. Entstanden ist eine flotte Komödie, mit schnellen Kostümwechseln und schmissigen Songs. Gespielt wird vom 12. bis zum 28. Juni auf Brug Schönfels und vom 14. August bis zum 6. September im Theaterhof Plauen.
„Stolz und Vorurteil“ | Foto: André Leischner
Das bekannte Fantasy-Märchen „Alice im Wunderland“ zieht vom 11. bis zum 26. Juni im Theaterhof Zwickau und vom 20. August bis zum 2. September im Theaterhof Plauen die Zuschauer in eine Welt voller kurioser Ereignisse und großer Fragen. Das Stück ist empfohlen für Kinder ab acht Jahren.
Parktheater Plauen und Freilichtbühne am Schwanenteich Zwickau
Basierend auf dem Abenteuerroman von Alexandre Dumas zeigt das Theater Plauen-Zwickau „Der Graf von Monte Christo“ als Open-Air-Musical: Der junge und erfolgreiche Edmond Dantès ist kurz davor, seine große Liebe Mercédès zu heiraten. Doch eine skrupellose Intrige zerstört binnen Kurzem alles und ohne Schuld wird er in ein düsteres Gefängnis geworfen. Erst Jahre später eröffnet ihm ein Mithäftling die Hoffnung auf Rettung und auf einen legendären Schatz. Nach seiner spektakulären Flucht kehrt er als geheimnisvoller Graf von Monte Christo zurück; unermesslich reich, unerkannt und getrieben von seinem Wunsch nach Rache. Zwischen Liebe und Verrat, Hoffnung und Vergeltung entfaltet sich ein opulentes Musicalerlebnis. Zu sehen ist das Stück vom 13. bis zum 28. Juni im Parktheater in Plauen und vom 28. bis zum 30. August auf der Freilichtbühne am Schwanenteich in Zwickau.
Naturtheater Greifensteine
Das Eduard-von-Winterstein-Theater bietet wieder eine bunte Sommersaison im Naturtheater Greifensteine in Ehrenfriedersdorf. In diesem Sommer stehen zwei Premieren und drei Wiederaufnahmen auf dem Programm: „Die kleine Hexe“, nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Otfried Preußler, macht am 20. Juni den Anfang. Als zweite Wiederaufnahme präsentiert sich dem Publikum das beliebte Schauspiel „Die Olsenbande fährt ins Erzgebirge“ und am 27. Juni kehrt das Stück „Elfenfeuer II“ auf die Felsenbühne zurück. Die erste Premiere auf der Naturbühne wird das Abenteuerstück „Pippi Langstrumpf“ nach Astrid Lindgren am 4. Juli sein. „Das Buschgespenst“, ein erzgebirgisches Musical nach Karl May, schließt die Spielzeit mit der Premiere am 24. Juli ab. Bis zum 30. August wird das Ensemble auf der beliebten Naturbühne spielen.
„Elfenfeuer II“ | Foto: Ronny Küttner
Oberlausitz
Marktplatz Zittau
Am 13. Juni findet auf dem Zittauer Marktplatz die Premiere von „Romeo und Julia“ statt. Das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau erzählt Shakespeares wohl bekanntestes Stück um das berühmteste Liebespaar der Literaturgeschichte als großes Sommertheater im Herzen der Stadt – vor der historischen Kulisse des Rathauses, das Teil der Inszenierung wird. Die berühmte Liebestragödie wird bis zum 19. Juli aufgeführt.
Alter Schlachthof Görlitz
Mit „Jesus Christ Superstar“ präsentiert das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau nicht nur seine Sommerproduktion, sondern eröffnet mit der Premiere am 30. Mai zugleich eine neue Außenspielstätte: den Alten Schlachthof Görlitz. Das Industriedenkmal bietet den Rahmen für die biblische Geschichte um die letzten Tage im Leben Jesu Christi. Mit der Rockoper landeten der Komponist Andrew Lloyd Webber und sein Textdichter Tim Rice Anfang der siebziger Jahre ihren ersten Hit. Sie deuten den biblischen Stoff vor dem Hintergrund der Studentenbewegung von 1968 und erzählen eine moderne Version der Passionsgeschichte Jesu Christi. Songs wie „Jesus Christ Superstar“ und „I don’t know how to love him“ wurden im Lauf der 50-jährigen Aufführungsgeschichte zu Evergreens. Gespielt wird das Stück bis zum 19. Juli.
„Jesus Christ Superstar“ | Foto: Pawel Sosnowski
Hof der Ortenburg Bautzen
Zum Bautzner Theatersommer wird der Hof in der Ortenburg zur Bühne: Vom 18. Juni bis zum 26. Juli führt das Deutsch-Sorbische Volkstheater hier das Stück „Spuk von draußen oder Karaseks Schatz“ auf, in dem sich Familie Habermann ihr Traumhaus in der Oberlausitz kauft. Dieses entpuppt sich jedoch schnell als spukendes Gemäuer – samt geheimnisvollem Opa Rodenwald, der in Wahrheit ein Roboter im Auftrag Außerirdischer ist. Zwischen Familienspaß, Science-Fiction und Lausitzer Sage entfaltet sich ein turbulentes Sommerabenteuer voller Witz, Fantasie und Theatermagie.