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Nostalgische Schmalspurbahnen rollen täglich durch Sachsen

Bei einem Ausflug mit der Schmalspurbahn ist der Weg das Ziel. Egal, wo es hingeht – die vielbeschworene Langsamkeit fährt hier immer mit. Im Dampfbahnland Sachsen rollen täglich fünf Schmalspurbahnen in die schönsten Ecken. Ein wunderbar nostalgisches Vergnügen für jedes Alter!

1. Mit der Lößnitzgrundbahn von Radebeul nach Radeburg (Elbland)

Die Lößnitzgrundbahn startet am Bahnhof Radebeul-Ost auf ihre rund 17 Kilometer lange Tour. Schnaufend lässt sie Villen und Weinberge hinter sich und taucht in den grünen Lößnitzgrund ein. Hier überwindet sie ein paar Höhenmeter und schlängelt sich durch die Moritzburger Teichlandschaft. Unterwegs überquert die Bahn einen 210 Meter langen Damm mitten durch den Dippelsdorfer Teich und erreicht kurz darauf Moritzburg mit seinem barocken Jagdschloss. Neben dem Schloss laden unter anderem das Wildgehege, der alte Leuchtturm und das Fasanenschlösschen zu einem Besuch ein. Weiter dampft die liebevoll „Lößnitzdackel“ genannte Bahn über Cunnertswalde in die Heinrich-Zille-Stadt Radeburg.

Tipp für Ausgeschlafene: In der Schulzeit startet der erste Zug von Radebeul nach Radeburg bereits 5.15 Uhr. Höhepunkt der Fahrt ist der Sonnenaufgang über dem Dippelsdorfer Teich (zwischen März und September; von Mitte Mai bis Mitte Juli bereits auf der Hinfahrt).

Foto: Lars Neumann

2. Mit der Weißeritztalbahn ins Osterzgebirge (Erzgebirge)

Seit 1883 fährt die Weißeritztalbahn von Freital-Hainsberg im Südwesten Dresdens ins Osterzgebirge. Sie ist damit Deutschlands älteste Schmalspurbahn im öffentlichen Betrieb. Durch den malerischen Rabenauer Grund geht es über zahlreiche Brücken stetig bergan bis zur Talsperre Malter. Die Weißeritztalbahn schnauft weiter in Richtung Dippoldiswalde und damit zum UNESCO-Weltkulturerbe. Als Teil der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoři beschäftigt sich die Ausstellung im Dippoldiswalder Stadtschloss mit dem mittelalterlichen Bergbau. Nach Dippoldiswalde passiert die Bahn die Stationen Ulberndorf, Obercarsdorf und Schmiedeberg. Über den Haltepunkt Buschmühle erklimmt sie das steilste Stück der Strecke bis zum Endbahnhof im Kurort Kipsdorf.

Tipp für Fotofans: Die Route der Weißeritztalbahn gilt wegen ihrer landschaftlichen Vielfalt als eine der schönsten Eisenbahnstrecken Europas.

Foto: Andreas Schmidt

3. Mit der Zittauer Schmalspurbahn nach Oybin und Jonsdorf (Oberlausitz)

Ab Zittau bringt die Zittauer Schmalspurbahn Ausflügler mit Volldampf in die Kurorte Oybin und Jonsdorf im Zittauer Gebirge. Im offenen Aussichtswagen zieht die Landschaft während der 45-minütigen Fahrt besonders reizvoll vorbei. Auch ein Speisewagen gehört zum Gespann – derart gut gestärkt können die nächsten Aktivitäten kommen. Sehenswert ist die Doppelausfahrt zweier Züge am Bahnhof Bertsdorf, denn dort teilt sich die 16 Kilometer lange Strecke zu den beiden Endpunkten. An den Wochenenden von Mai bis Oktober sind außerdem zusätzlich zu den regulären Dampfzügen die Zeitreisezüge unterwegs. An Bord des Sachsenzuges von 1915, des Reichsbahnzuges von 1930 und des Zittauer Triebwagens von 1937 leben vergangene Eisenbahnepochen wieder auf.

Tipp für Urlaubslustige: An den Bahnhöfen von Oybin und Jonsdorf können echte Enthusiasten ihren Urlaub in zwei zu Ferienwohnungen umgebauten Waggons in nächster Nähe des Betriebsgeschehens verbringen.

Foto: Mario England

4. Mit der Fichtelbergbahn in Deutschlands höchstgelegene Stadt (Erzgebirge)

Im oberen Erzgebirge ist die Fichtelbergbahn zu Hause. Sie dampft in die höchstgelegene Stadt Deutschlands, nach Oberwiesenthal. Beginn der Fahrt ist in Cranzahl. Für eine gemütliche Stunde zuckelt die 1897 in Dienst gestellte Bahn stetig bergauf an den Fuß des Fichtelberges. 240 Höhenmeter kommen auf der gut 17 Kilometer langen Strecke zusammen. Wälder, Bergwiesen und kleine Orte sorgen für malerische Aussichten. Unterwegs überquert die Schmalspurbahn fünf Brücken. Kurz vor dem Oberwiesenthaler Bahnhof macht die Überfahrt über das 110 Meter lange und 23 Meter hohe Hüttenbach-Stahlgitterviadukt die nostalgische Zeitreise perfekt.

Tipps für Aktive: Meist parallel zur Strecke der Fichtelbergbahn verläuft der Erlebnispfad Bimmelbahn auf 21 Wanderkilometern. Wem das zu lang ist, der hüpft unterwegs einfach in den Zug. Mehr Adrenalin liefert eine rasante Downhill-Fahrt mit den grasgrünen Monsterrollern. Zurück auf den Berg geht’s entspannt mit der Dampfeisenbahn.

Foto: TV Erzgebirge e.V./René Gaens

5. Mit dem „Wilden Robert“ durchs Tal der Döllnitz (Leipzig und Region)

Seit über 130 Jahren sind die Züge der Döllnitzbahn im Einsatz. Der „Wilde Robert“ rollt entlang der historischen Gassen von Oschatz, vorbei am O-Schatz-Park und dem Rosensee. Nach 20 Minuten verlässt er die Kleinstadt und taucht in die Wiesen- und Auenlandschaften des Döllnitztales ein. 15 Kilometer sind es bis Mügeln, wo der einst größte Schmalspurbahnhof Deutschlands steht. Im sanierten Bahnhofsgebäude vermittelt das Geoportal „Erlebniswelt Kaolin“ Wissenswertes über den Kaolinabbau und -transport in der Region. Wer mag, kann von Mügeln nach Glossen oder Kemmlitz weiterfahren. Die Döllnitzbahn verkehrt täglich mit Diesellokomotiven. An bestimmten Wochenenden, Feiertagen und zu Sonderveranstaltungen zieht eine über 100 Jahre alte Dampflok, die „Sächsische IV K“, die Züge.

Tipp für Erlebnishungrige: Das ganze Jahr über bietet die Döllnitzbahn thematische Sonderfahrten an. Beliebt sind zum Beispiel die Pfingstfahrten, Gruselfahrten zu Halloween oder die traditionellen Glühweinfahrten zwischen Weihnachten und Silvester.

Foto: Sven Geist

Entlang der Ferienstraße DAMPFBAHN-ROUTE Sachsen gibt es noch viele weitere Zeugen sächsischer Industriekultur zu entdecken. Dazu zählen drei dampfbetriebene Museumsbahnen, sehenswerte Bergbahnen, Museen, Denkmale und die älteste noch in Betrieb stehende Schaufelraddampferflotte der Welt.

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