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Ausstellungsraum in einem Museum mit einer großen Vitrine, in der zwei weiße Kleider aus Spitze ausgestellt sind

Ein Besuch … in der „Fabrik der Fäden“ in Plauen

Vogtländische Textilgeschichte und die Faszination der Plauener Spitze werden in der „Fabrik der Fäden“ mit viel Erlebnischarakter erzählt. Mit dem Weisbachschen Haus in der Elsteraue besitzt die interaktive Ausstellung außerdem ein historisch bedeutendes Domizil.

Das Weisbachsche Haus, in dem die „Fabrik der Fäden“ beheimatet ist, gilt als eines der wichtigsten Baudenkmäler Plauens. Foto: Chris Gonz

Hinter der spätbarocken Fassade des einstigen Manufakturgebäudes, das an ein Stadtpalais erinnert, verbirgt sich eine hochmoderne Erlebniswelt rund um die zarten Fäden, aus denen die weltbekannten Kunstwerke aus Tüll und Spitze entstanden und entstehen. Drei weitläufige Ausstellungsetagen führen hinein in eine Zeit, als Plauen zu Reichtum und internationalem Ruhm gelangte.

Interaktive Ausstellung erfüllt Geschichte mit Leben

Der Ursprung für die Boomjahre ab dem Ende des 19. Jahrhunderts lag in der Textilindustrie begründet, deren Entwicklung das Museum mit Projektionen, Medienstationen und natürlich Maschinen mit Leben füllt. Zu den Exponaten zählt zum Beispiel eine Pantografen-Schiffchen-Stickmaschine – mittels des sogenannten Pantografen wurde das Muster einst auf das Textil übertragen.

An die Antriebstechnik der historischen Stickmaschinen erinnern die Exponate im Forum des Museums. Foto: Chris Gonz

In der Blütezeit gewann die Plauener Spitze im Jahr 1900 auf der Weltausstellung in Paris sogar einen Grand Prix. Davon zeugt das „Ghost Dress“, eine Nachbildung des damals präsentierten Originalkleides. In Vitrinen sind außerdem opulent und üppig verzierte Damenroben zu bestaunen.

Kinder lernen aufwändige Spitzenstickerei spielerisch kennen

Auch, dass Spitze nicht gleich Spitze ist, erfahren die Besucher. Vor allem Kinder können an verschiedenen Mitmachstationen Techniken wie das Zäckeln ausprobieren, Muster stempeln und zeichnen oder echte Plauener Spitze fühlen. Wie aufwändig etwa die Herstellung einer Wickeldecke ist, vermittelt ein Puzzle auf spielerische Weise.

Die echte Plauener Spitze kann nicht nur angeschaut, sondern auch berührt werden. Foto: Chris Gonz

Mit Aufstieg und Niedergang der Textilindustrie veränderte sich auch die Stadt Plauen, was unter anderem an verschiedenen dreidimensionalen Modellen deutlich wird. Einen Blick auf die Gegenwart und in die Zukunft wirft die Ausstellung ebenfalls, denn Stickereien finden sich heutzutage nicht nur in Tischdecken oder als Accessoires an eleganten Modeschöpfungen, sondern genauso in Arbeitsschutzkleidung und anderen funktionalen Textilien.

Fabrik der Fäden

Bleichstraße 1, 08527 Plauen

Tel. 03741 2912600

Öffnungszeiten

Dienstag–Sonntag, Feiertag 10–17 Uhr

24. und 31.12. 10–14 Uhr

1.1. 12–17 Uhr

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