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Mit dem Rad durch das sächsische Obstland

Ein besonders schmackhaftes Thema steht Pate für die Obstland-Radroute: Zwischen Grimma, Döbeln und Oschatz erstreckt sich Sachsens größtes Obstanbaugebiet in einer malerischen Hügellandschaft mit weitläufigen Plantagen. Hier gedeihen je nach Saison Äpfel, Erdbeeren, Pflaumen, Johannisbeeren, Kirschen und einiges mehr.

Die ausgeschilderte Obstland-Route verbindet den Radfernweg Mulderadweg und die Döllnitztal-Radroute. Foto: Ullmann Marketing GbR

Viel Abwechslung und Genuss verspricht eine Radtour durch diesen Landstrich, denn die Obstland-Route setzt sich aus drei kürzeren thematischen Etappen zusammen. Über den äußeren Hauptweg ist es auch möglich, das Obstland auf einer einzigen, 58 Kilometer langen Runde zu erkunden. Kleine Hofläden bieten immer wieder die Gelegenheit, heimisches Obst, Gemüse und Säfte zu probieren.

Drei Teilrouten zwischen 20 und 30 Kilometern

Unterwegs zwischen Geschichte und Gegenwart des Obstanbaus führen die Strecken auf meist asphaltierten Radwegen und wenig befahrenen Straßen hinein in eine kulturhistorisch reich geprägte Landschaft. Nicht zu unterschätzen sind die bis zu 200 Höhenmeter, die dabei zusammenkommen und die Radroute zu einer echten E-Bike-Empfehlung machen. Auf rund 30 Kilometern steht entlang der Teilroute I der aktuelle Obstanbau im Mittelpunkt. Ausgedehnte Plantagen begleiten dort die Radler – wer mehr über Früchte und Anlagen erfahren will: Für Gruppen organisiert der Förderverein „Obstland“ e. V. interessante Führungen. Auch das moderne Kühllagerhaus der Firma „Sachsenobst“ in Dürrweitzschen liegt an der Route.

Einige Radwege verlaufen direkt entlang der Obstplantagen. Foto: Ullmann Marketing GbR

„Zurück zu den Ursprüngen“ heißt es im Umland von Mügeln, das die gut 20 Kilometer lange Teilroute II durchquert. Eine Station ist Sornzig, wo im ehemaligen Zisterzienserkloster Marienthal auf der Streuobstwiese alte rekultivierte Sorten wie Aronia, Cido, Zibarte und Kornelkirsche wachsen. Das Kloster war 1241 begründet worden und gilt heute als historische Wiege des Obstbaus in der Region.

Das Kloster Buch ist eine Station an der Teilroute III durch das Obstland. Foto: LTM/PUNCTUM

Mönche und Nonnen des Zisterzienserordens begannen vor mehr als 800 Jahren damit, in den Klostergärten erste Obstbäume und -sträucher, Gemüse- und Heilpflanzen für die Versorgung ihrer Gemeinschaft anzubauen. Damit begründeten sie die lange Tradition des sächsischen Obstlandes. Die Teilroute III widmet sich auf knapp 31 Kilometern solch spirituellen Aspekten und führt unter anderem in das direkt an der Mulde gelegene Kloster Buch mit seinem angrenzenden Kräutergarten.

Kultur und Natur entlang der Strecke

An der Obstland-Route gibt es noch viele weitere spannende Ziele, für die es sich lohnt, aus dem Sattel zu steigen. So entführt die 1.000-jährige Burg Mildenstein in Leisnig auf eine unterhaltsame Zeitreise ins Mittelalter. In der einstigen Bischofsstadt Mügeln befindet sich im Schmalspurbahnhof die „Erlebniswelt Kaolin“ des Geoparks Porphyrland. Dort geht es in einer interaktiven Ausstellung unter anderem um einen vor 290 Millionen Jahren brodelnden Supervulkan, dem das Obstland seine fruchtbaren Böden verdankt. Mügeln ist auch der Heimatbahnhof der nostalgischen Döllnitzbahn. Wer damit aus Oschatz anreist, kann eine Fahrt sogar mit der Radtour durchs Obstland verbinden. Und für eine Pause vom Strampeln ist die Döllnitzbahn ebenso gut geeignet, denn in Richtung Glossen oder Kemmlitz lässt sich die Strecke mit der Schmalspurbahn abkürzen.

Hoch über der Freiberger Mulde erhebt sich die 1.000-jährige Burg Mildenstein in Leisnig. Foto: LTM/PUNCTUM

Die detaillierten Streckeninformationen der Region Leipzig erleichtern die Planung für eine Tour auf der Obstland-Radroute.

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