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Kulturschätze am Oder-Neiße-Radweg

Der Oder-Neiße-Radweg gehört zu den beliebtesten Fernradwegen Deutschlands. Er verbindet die Neißequelle im tschechischen Nová Ves nad Nisou mit der Ostseeinsel Usedom. Auf dem Teilstück in Sachsen lohnen sich gleich mehrere Zwischenstopps: Hier warten einzigartige Sakralschätze, Deutschlands ältestes Zisterzienserinnenkloster und weitere kulturelle Sehenswürdigkeiten.

Sakrale Kostbarkeiten und das Schmuckkästchen Görlitz

Das Zisterzienserinnenkloster St. Marienthal in Ostritz besteht seit beinahe 800 Jahren. Foto: Philipp Herfort

Knapp ein Zehntel des insgesamt 630 Kilometer langen Oder-Neiße-Radweges führt über tschechisches Gebiet. Der daran anschließende sächsische Abschnitt in der Oberlausitz verläuft zwischen Zittau und Bad Muskau auf mehr als 100 Kilometern. Zittau besitzt mit dem Großen und dem Kleinen Fastentuch zwei bundesweit einmalige Kostbarkeiten. Leinwände wie diese verhüllten einst die Altäre in Kirchen während der Fastenzeit. Die Zittauer Fastentücher sind zugleich eine Station auf der Radpilgerroute der „Via Sacra“. An der Strecke, die grenzüberschreitend das deutsch-tschechisch-polnische Dreiländereck durchquert, liegt auch das Kloster St. Marienthal in Ostritz. Die Zisterzienserinnenabtei an der Neiße ist seit 1234 ununterbrochen bewohnt. Gäste können direkt neben der Klausur Quartier beziehen. Für Tagesausflügler stehen die Klosterkirche, der Garten der Bibelpflanzen und der Klostermarkt offen.

Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands und besitzt beeindruckend viele Baudenkmäler aus unterschiedlichen Epochen. Foto: Rainer Weisflog

Ebenfalls zu den Stationen der „Via Sacra“ gehört das Heilige Grab in Görlitz. Zusammen mit dem Kreuzweg und der Kirche St. Peter und Paul wird es als „Lausitzer Jerusalem“ gerühmt. Nicht nur deswegen ist die östlichste Stadt Deutschlands ein wahres Schmuckkästchen. Mit rund 4.000 denkmalgeschützten Häusern gleicht sie einem Architekturmuseum unter freiem Himmel. Wer in Görlitz übernachtet, kann den Abend im wahrsten Sinne des Wortes ausklingen lassen – bei Oper, Operette, Musical, Tanz oder einem Konzert im Gerhart-Hauptmann-Theater. Auch Abstecher in andere Teile der Oberlausitz sind von hier aus denkbar, da Görlitz bestens an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen ist.

Auf die abenteuerliche Kulturinsel folgt Pücklers Welterbe-Park

Die Seele baumeln zu lassen, funktioniert in der Geheimen Welt von Turisede – Kulturinsel Einsiedel wunderbar. Foto: Kulturinsel

Nördlich von Görlitz gibt die weite Landschaft immer wieder Anlass, den Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Nach rund 20 Kilometern führt der Oder-Neiße-Radweg unmittelbar an der Geheimen Welt von Turisede – Kulturinsel Einsiedel vorbei. In dem etwas verrückt anmutenden Abenteuer-Freizeitpark in Zentendorf schlagen nicht nur ganz junge Herzen höher.

Wegen der kreativen Holzgestaltung und der einfallsreichen Übernachtungsmöglichkeiten begeistert die ausgedehnte Spiellandschaft alle Altersgruppen.

An der Landesgrenze zu Brandenburg erstreckt sich schließlich der Muskauer Park. Mit dem Rad ist eine Besichtigungsrunde durch die 830 Hektar große Anlage auf deutschem und polnischem Boden ein Kinderspiel. Fürst Hermann von Pückler-Muskau schuf dieses Meisterwerk der Gartenkunst zwischen 1815 und 1845. Er gestaltete eine grüne Oase mit gekonnt inszenierten Diagonal- und Fernsichten, großen Wiesen, seltenen Bäumen und belebenden Wasserläufen. Seit 2004 gehört der beeindruckende Landschaftspark im englischen Stil zum UNESCO-Welterbe.

In Richtung Norden durchquert der Oder-Neiße-Radweg Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Hinter Guben verabschiedet sich die Neiße, die in Ratzdorf in die Oder fließt An der Strecke liegen so herrliche Naturräume wie der Nationalpark Unteres Odertal, Deutschlands einziger Flussauen-Nationalpark. Über Ueckermünde am Stettiner Haff und Anklam führt die Route schließlich zum Ziel im Ostseebad Ahlbeck auf Usedom.

Fürst Pückler schuf mit dem Muskauer Park ein Meisterwerk. Mit dem Rad ist die Besichtigung der 830 Hektar großen Anlage ein Kinderspiel. Foto: Philipp Herfort

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