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Fabelhafte Aussichten mit den historischen Dresdner Bergbahnen

Im Dresdner Stadtteil Loschwitz erklimmen zwei historische Bergbahnen den malerischen Elbhang – die Standseil- und die Schwebebahn. Jede hat ihren ganz eigenen Charme, von dem sich nicht nur Nostalgiker verzaubern lassen. Den luftigen Ausflug krönt ein wunderbares Panorama des Elbtales.

Schwebebahn Dresden

An der Bergstation der Schwebebahn wartet ein fantastischer Ausblick ins Elbtal. Foto: DVB

Standseilbahn fährt in fünf Minuten zum Villenviertel Weißer Hirsch

Seit 1895 fährt die Standseilbahn hinauf zum Villenviertel Weißer Hirsch. Nach dem Start an der Talstation am Körnerplatz legt sie innerhalb von fünf Minuten insgesamt 547 Meter zurück, überwindet dabei einen Höhenunterschied von 95 Metern und bezwingt eine maximale Steigung von 29 Prozent.

Auf ihrem Weg schlängelt sich die Standseilbahn durch malerische Natur, zwei kurze Tunnelstrecken und über ein 102 Meter langes Brückenviadukt. Sie passiert außerdem die „Rote Amsel“. Diese umgebaute Mühle mit ihrer ungewöhnlichen Bemalung bewahrt heute als Museum für zeitgenössische Kunst das künstlerische Vermächtnis des Malers Eduard Leonhardi.

Standseilbahn Dresden

Schon 1895 ging die Standseilbahn zum Stadtteil Weißer Hirsch in Betrieb. Foto: DVB

Die beiden gelben Wagen der Standseilbahn sind durch ein Seil miteinander verbunden, das in der Bergstation angetrieben und umgelenkt wird. Direkt gegenüber der Bergstation bietet das Restaurant Luisenhof einen tollen Blick über die Stadt.

Vom praktischen Transportmittel zur Touristenattraktion

Gebaut wurde die Standseilbahn einst, um den durch das Lahmann-Sanatorium zum Kurort avancierten Stadtteil Weißer Hirsch mit dem Dresdner Zentrum zu verbinden. Heute gehört sie gemeinsam mit der benachbarten Schwebebahn zu den bekanntesten Touristenattraktionen Dresdens.

Was sich heute niemand mehr vorstellen kann: In den ersten Jahren ihres Bestehens wurde die Standseilbahn auch für den Güterverkehr genutzt. Sie beförderte Kohle und Baustoffe bergan und Fäkalien talwärts, wobei Letzteres aufgrund der Geruchsbelästigung nur nachts erlaubt war. Mittels Beiwagen war auch der Transport von Pferden und Ochsen möglich. 1984 wurde die Standseilbahn zum technischen Denkmal erklärt.

Standseilbahn Dresden

1984 wurde die historische Dresdner Standseilbahn zum technischen Denkmal erklärt. Foto: M. Schmidt

Die erstaunliche Bauweise der ältesten Bergschwebebahn der Welt

Die Schwebebahn, Baujahr 1901, ist zwar etwas jünger als ihre „Schwester“, gilt aber dennoch als älteste Bergschwebebahn der Welt. Auf der 274 Meter langen Strecke von Loschwitz nach Oberloschwitz bewältigt sie insgesamt 84 Höhenmeter.

Erstaunlich an der Konstruktion ist, dass nur eine der insgesamt 33 Stützen, die die Schienen tragen, ein Festpunkt ist. Alle anderen sind zum Ausgleich der temperaturbedingten Längenänderungen als Pendelstützen angelegt. Wie die Wuppertaler Schwebebahn ist sie nach dem Einschienenhängebahn-Prinzip des Ingenieurs Eugen Langen konstruiert.

Schwebebahn Dresden

Die Konstruktion der Schwebebahn nach dem Einschienenhängebahn-Prinzip ist noch immer eine technische Sensation. Foto: DVB

Wer mehr über die Geschichte der Bahn erfahren will, hat in der Bergstation dazu Gelegenheit. Im Turm des Maschinenhauses gibt die Dauerausstellung „Vom Patent zur ersten Bergschwebebahn der Welt“ interessante Einblicke. Die Aussichtsplattform mit Panoramaaufzug sowie die Ausstellung sind täglich während der Betriebszeiten der Schwebebahn geöffnet.

Die Bergbahnen fahren täglich bis auf zwei 14-tägige Schließperioden im Frühjahr (Februar/März) und Herbst (November) wegen Revision. Weitere Informationen zu den Dresdner Bergbahnen gibt es bei den Dresdner Verkehrsbetrieben.

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