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Döbeln: Mit Charme und Pferdestärken

Das Döbelner Stadtzentrum wird von zwei Flussarmen der Freiberger Mulde umschlossen, sodass man augenzwinkernd behaupten könnte, der Ort zwischen Dresden, Leipzig und Chemnitz liege auf der größten Insel Sachsens. Döbeln ist außerdem eine sehenswerte Etappe auf dem Lutherweg Sachsen.

Die unmittelbare Nähe zu den Großstädten hat nicht erst seit heute viele Vorteile. Der wohl berühmteste Sohn Döbelns, der Maler und Grafiker Erich Heckel, entwickelte sich im knapp 50 Kilometer entfernten Dresden als Mitbegründer der Künstlergruppe „Brücke“ zu einem der bedeutendsten Vertreter des deutschen Expressionismus. Sein Geburtshaus steht am Niedermarkt 15. Mit der Dauerausstellung im Sparkassenhaus „Erich Heckel“ wird sein wertvolles Erbe gepflegt.

Außenansicht des Sparkassenhauses "Ernst Heckel" in Döbeln

Ausgewählte Werke des in Döbeln geborenen Expressionisten Ernst Heckel werden im Sparkassenhaus „Ernst Heckel“ ausgestellt. Foto: Henry Kunze

Historische Pferdebahn fährt zwischen Mai und Oktober

Einen Schatz bewahrt auch die St. Nicolaikirche. Hier existiert die sprichwörtliche „Leiche im Keller“ tatsächlich – gemeint ist der um 1510 gefertigte „Mirakelmann“, eine lebensgroße hölzerne und bewegliche Christusfigur. Sie wurde früher genutzt, um lese- und schreibunkundigen Menschen Bibelgeschichte näherzubringen.

Pferdestraßenbahn Döbeln vor dem Rathaus

Seit 2007 fährt die historische Pferdestraßenbahn wieder durch Döbeln. Foto: Lutz Weidler

Eine ebensolche Besonderheit ist die Döbelner Pferdestraßenbahn, die seit 2007 wieder im Stadtzentrum unterwegs ist. Von engagierten Einheimischen betrieben, lockt das außergewöhnliche historische Verkehrsmittel zwischen Mai und Oktober jeden ersten Samstag im Monat zahlreiche Besucher aus nah und fern nach Döbeln. Wer sich eingehender mit ihrer Geschichte und der weltweiten Entwicklung der Pferdebahn als Fortbewegungsmittel beschäftigen möchte, kann sich umfassend im Deutschen Pferdebahnmuseum informieren.

Stadtmuseum und Riesenstiefel locken ins Rathaus

Noch mehr interessante Einblicke in die 1.040-jährige Geschichte Döbelns bietet das Stadtmuseum im Dachgeschoss und im Turm des Rathauses. Angefangen bei einem detailreichen Modell des mittelalterlichen „Castell Doblyn“, erinnert der Streifzug auch an das einstige Benediktinerinnenkloster, die Belagerung der Stadt im Siebenjährigen Krieg und deren spätere industrielle Entwicklung.

Ausstellungsraum mit Vitrinen im Stadtmuseum Döbeln

Das Stadtmuseum im Rathaus kann aus einem reichen Fundus schöpfen, wie hier in der Ausstellung zur Burg- und Klostergeschichte. Foto: Lutz Weidler

Die Schuhmacherzunft und der legendäre Riesenstiefel aus dem Jahr 1925 dürfen ebenfalls nicht fehlen. Das Original mit einer Schafthöhe von fünf Metern und einer Sohlenlänge von fast zwei Metern ist im Rathaus in der zweiten Etage zu bestaunen.

In der Kleinen Galerie des Museums sind wechselnde Ausstellungen mit zeitgenössischer Malerei, Grafik, Plastik und Fotografie zu sehen. Kinder werden mit einem Bilderrätsel spielerisch an die Kunst herangeführt und erfahren unter anderem, in wie vielen Arbeitsschritten eine Druckgrafik oder eine Bronzeplastik entstehen. Nach dem Museumsrundgang locken die Balkons in 40 Metern Höhe mit einem Ausblick weit über die Dächer der Muldestadt.

Karls Erlebnis-Dorf kommt 2023

Direkt gegenüber des Rathauses kündigt außerdem der Manufakturen-Markt der beliebten Karls Freizeitparks von der Ostsee ein neues Highlight für Döbeln an. Seit Oktober 2021 lädt der Laden am Obermarkt zum Entdecken und Kaufen selbstgemachter Produkte von der Karls-typischen Erdbeermarmelade bis zu Seifen ein. Im Frühjahr 2023 soll dann ein komplettes Erlebnis-Dorf im Döbelner Norden eröffnen.

Produkte im Manufakturen-Markt

Seit Oktober 2021 stimmt ein Manufakturen-Markt auf das neue Karls Erlebnisdorf ein, das 2023 im Döbelner Norden eröffnen soll. Foto: Karls Erlebnis-Dorf

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