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Kloster St. Marienstern: Eine Oase der Stille

Am Ortsrand von Panschwitz-Kuckau, zwischen Bautzen und Kamenz, macht die Hektik des Alltags einfach mal Pause. Hinter den rot-weißen Mauern des Klosters St. Marienstern lockt himmlische Stille. Gerade übertönt noch Straßenlärm die eigenen Gedanken, doch nach wenigen Schritten ist jenseits des Tores nichts mehr davon zu hören. Größer könnte der Kontrast zwischen der „Außenwelt“ und diesem geschützten Raum im Schatten der barocken Klosterkirche nicht sein.

Elf Schwestern des Zisterzienser-Ordens leben derzeit im Kloster St. Marienstern. Foto: Christlich-Soziales Bildungswerk Sachsen e. V.

Schon 1248 wurde die Zisterzienserinnen-Abtei St. Marienstern gegründet. Heute leben hier elf Ordensschwestern nach der Regel des Heiligen Benedikt „Ora et labora“ – „bete und arbeite“. Gastfreundlichkeit gilt ihnen als hohes Gut und so gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich bei einem Besuch ein Bild von der weitläufigen Klosteranlage zu machen. Dazu zählen zwei Gästehäuser und eine Herberge für Pilger, um ganz persönlich Zeit zur inneren Einkehr zu finden. Die Klosterkirche steht tagsüber für Gebete und Gottesdienste immer offen. Auch Fastenkurse werden angeboten.

Einblicke in Schatzkammer und Kräutergarten

Tagesgäste, die nur für einige Stunden Halt in Panschwitz-Kuckau machen, sind im Kloster ebenfalls willkommen. An den Wochenendnachmittagen laden die Schwestern in die Schatzkammer des Klosters ein, in der 150 kostbare Kunstwerke den Bogen vom 13. bis ins 19. Jahrhundert spannen. Wandel und Beständigkeit des Klosterlebens werden daran deutlich.

Im Umwelt- und Lehrgarten des Ernährungs- und Kräuterzentrums wachsen über 500 verschiedene Pflanzenarten. Foto: Christlich-Soziales Bildungswerk Sachsen e. V.

Ebenso beeindruckend ist der Umwelt- und Lehrgarten des Ernährungs- und Kräuterzentrums, der von Mai bis Oktober geöffnet hat. Auf bestens gepflegten 6.000 Quadratmetern vereint er Traditionen und Erfahrungen mit modernsten Erkenntnissen des Gartenbaus. Über 500 verschiedene Pflanzenarten vermitteln einen Eindruck von der Vielfalt und Schönheit der Natur. Sieben Gartenbereiche liefern unter anderem Ideen zur Gestaltung des eigenen Bauern- oder Kräutergartens. Auch Neues, Altes und Überraschendes für Hausapotheke oder Küche wächst hier. Beispielsweise zeigt der „Hortulus“, der nach dem Lehrgedicht des Abtes Walahfrid Strabo aus dem 9. Jahrhundert angelegt ist, 24 Heil- und Gewürzpflanzen mit Wissenswertem zu deren Wirkung und Verwendung.

Regional genießen gehört zum Klosterbesuch dazu

Projekttage begeistern schon die Jüngsten für die Pflanzenwelt. Foto: Christlich-Soziales Bildungswerk Sachsen e. V.

Wer noch tiefer in das Thema eintauchen möchte, kann an Seminaren zur ausgewogenen Ernährung mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln teilnehmen. In der stimmungsvollen Atmosphäre des Klostergartens finden außerdem zahlreiche Feste und Märkte statt wie die Gartennacht „Im Schein von 1.000 Lichtern“, das Kloster- und Familienfest des Landkreises Bautzen oder der Kräutersonntag mit ökumenischer Andacht.

Leckeres aus dem Klostergarten und den klösterlichen Wäldern und Teichen verarbeiten das Klosterstübel in schmackhaften Speisen und das Café St. Michael in herrlichen selbstgebackenen Kuchen. Wenn Rhabarberstreusel oder Erdbeertörtchen auf der Zunge zergehen – dann bleiben keine Wünsche offen! Das Café wurde erst im Juli 2020 eingeweiht. Es gehört zur Werkstatt für behinderte Menschen auf dem Klostergelände und ist Ausbildungsstätte und inklusiver Begegnungsort zugleich.

Zahlreiche Märkte und Feste locken in den weitläufigen Klostergarten. Foto: Christlich-Soziales Bildungswerk Sachsen e. V.

TIPP: Ein Festwochenende steht vor der Tür: Am Samstag, dem 14. August beginnt um 19 Uhr die diesjährige „Nacht der 1.000 Lichter“ im Ernährungs- und Kräuterzentrum. Gleich am Sonntag, dem 15. August geht es weiter mit dem Kloster- und Familienfest des Landkreises Bautzen, unter anderem mit einem Regional- und Naturmarkt.

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