Der Naturcampingplatz Brettmühlenteich findet die perfekte Balance
Vorbei an Feldern, mitten durch einen dichten Wald und eine kleine Ortschaft führt der Weg zu einem zauberhaften Fleckchen Erde: dem Naturcampingplatz am Brettmühlenteich. Hier in der Nähe von Dresden hat Michael Welde mit seinem Team ein kleines Paradies geschaffen, auf dem er auch gern selbst campen würde – mit viel Holz und Sandstein als Gestaltungselement, mit großzügigen, modernen Sanitärbereichen und zahlreichen Möglichkeiten in der idyllischen Natur.
Gleich hinter dem Eingangsgebäude kann man durch die Bäume einen ersten Blick auf das Wasser erhaschen. Es sind nur wenige Schritte bis ans sandige Ufer des Waldsees. Ein paar Enten machen es sich im Schilf gemütlich, die Luft ist klar und die Erholung kann beginnen.
Auf idyllische Momente inmitten der Natur kann sich jeder Urlauber am Brettmühlenteich freuen. Foto: Dirk Bretti
Von der Idee zur Umsetzung
Die Entwicklung zum Naturcampingplatz nahm 2017 ihren Anfang. Zwar war das Areal seit den 1960er Jahren eine Campinganlage, doch seitdem wurde nicht viel investiert und zahlreiche Dauercamper hatten sich häuslich eingerichtet. Auch ein neuer Betreiber, der ab 2016 den Platz übernahm, konnte sich nicht durchsetzen.
Die Gemeinde Thiendorf zog den Schlussstrich, kündigte alle Altverträge und begab sich auf die Suche nach einem neuen Betreiber. „Ich komme aus dem Nachbarort Kleinnaundorf, habe die Geschichte des Platzes verfolgt, bin selbst Camper, hatte gerade ein wenig Zeit und dachte, dass das doch eine gute Idee sei“, schmunzelt Michael Welde, als er sich daran erinnert, warum er sein Konzept einreichte.
„Die Grundidee war, einen Ort zu schaffen, an dem alle von vornherein gleich sind, zwanglos miteinander umgehen und jeder sein kleines Stückchen Freiheit finden kann.“
Die Gemeindeverwaltung war überzeugt und gab ihm den Zuschlag. Mit dem Kauf des Grundstücks begann das große Aufräumen, Baggern und Bauen. Unmengen an Bauschutt und Müll hatten sich angesammelt. Sämtliche Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser mussten neu verlegt werden.
Entspannung und Erholung in der Natur stehen auf dem Campingplatz am Brettmühlenteich an erster Stelle. Foto: Dirk Bretti
Insgesamt kostete das Unterfangen 3,9 Millionen Euro, viel mehr als angedacht. „Wir haben mitten in der Coronazeit gebaut“, erklärt Michael Welde. „Dadurch stiegen die Baupreise drastisch an, aber wir waren froh, überhaupt Material zu bekommen.“ Als Startkapital dienten Fördermittel und die Gewinne, die er durch seine Firma erwirtschaftete.
Bereits 1999 gründete Welde den deutschlandweit aktiven Pizza-Lieferdienst Freddy Fresh und führte ihn zum Erfolg. Letztendlich konnte im Oktober 2022 der erste Gast am Brettmühlenteich begrüßt werden und ab Himmelfahrt 2023 ging es richtig los.
Ein liebevoll gestaltetes Zuhause auf Zeit
Wie viel Liebe zum Detail und Herzblut in Michael Weldes Projekt eingeflossen sind, ist an jeder Ecke zu sehen. Der Fünf-Sterne-Superior-Campingplatz lässt keine Annehmlichkeit vermissen. Der Strandbereich ist mit Sand aufgeschüttet, es gibt einen tollen Spielplatz mit großem Sprungkissen sowie ein Fußball- und Volleyballfeld, auf dem zahlreiche Matches ausgetragen werden.
Bis zum sandigen Badestrand sind es nur wenige Meter. Foto: Dirk Bretti
Fahrräder, Tretboote, SuPs oder selbst ein Auto können ausgeliehen werden. Die Bäder samt extra gebautem Behindertenbad sind hochmodern und großzügig eingerichtet. „Ich habe die Sanitäranlagen so geplant, wie ich sie auf Campingplätzen gern vorfinden würde – groß genug und mit angenehmer Musik im Hintergrund“, betont der 48-Jährige.
Insgesamt kann man sich zwischen 142 terrassenartig angelegten Stellplätzen unter alten und neu gepflanzten Bäumen, Deluxe-Ferienhäusern für sechs bis acht Personen, Glampingzelten und 50 Ferienhäusern für jeweils bis zu vier Personen entscheiden.
„Unseren Gästen soll es an nichts fehlen und sie sollen sich wie zu Hause fühlen. Dazu gehört auch, dass das eigene Auto außerhalb geparkt werden muss, um die entspannte Atmosphäre nicht mit Motorengeräuschen zu stören“,
erklärt Michael Welde sein Konzept. Auf eine passende Kulinarik legt der umtriebige Campingplatzbetreiber ebenfalls besonderen Wert. Der zentrale Gastronomiebereich ist nicht nur bei Campern, sondern besonders im Sommer auch bei Tagesausflüglern aus dem nur 30 Autominuten entfernten Dresden sehr beliebt.
Betreiber setzt auf Nachhaltigkeit und Teamgeist
Bei der Ausgestaltung des Restaurants kam wieder Michael Weldes Faible zum Sandstein und dem Naturstoff Holz zum Vorschein. „Ich versuche immer, Materialien zu recyceln. Der Sandstein stammt beispielsweise aus Dresdner Baugruben.“ Nachhaltigkeit steht bei ihm an erster Stelle. Solarzellen auf den Ferienhäusern liefern Strom, es sind Blühflächen für Insekten angelegt, nicht jede Wiese ist gemäht und vom Borkenkäfer befallene Bäume werden durch widerstandsfähige Arten ersetzt.
Auch ein Spielplatz mit großem Sprungkissen, Fußball- und Volleyballfeld gehört zum Areal des Naturcampingplatzes. Foto: Dirk Bretti
Insgesamt kümmern sich 74 Mitarbeiter um das Areal und die Gäste: Vom Bau neuer Ferienhäuser über die Reinigung bis hin zum Gärtnern ist in allen Bereichen jeder fest angestellt – nicht unbedingt Usus in einer Branche, die oft mit Saisonkräften arbeitet. „Ich habe ein super Team und möchte sie auch über den Winter beschäftigen, in dem nicht ganz so viel los ist. Fachkräfte sind rar und ich kann nicht verlangen, dass sie im Winter nur auf mich warten“, ist der Unternehmer überzeugt.
Natürlich springt er auch selbst ein, wenn Not am Mann ist. So etwa in der Küche, wenn es mal wieder hoch hergeht. Der Campingplatz wurde als Familiengenossenschaft gegründet, denn Michael Welde hofft, dass eines seiner Kinder den Standort eines Tages übernimmt und mit genauso viel Enthusiasmus führt wie er.
Moderate Preise für das Wochenende am See
Der Naturcampingplatz Brettmühlenteich wurde vom BVCD, dem Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland, in der Kategorie Fünf-Sterne-Superior klassifiziert – die höchste zu vergebende Bewertung. Trotz aller Exklusivität sind die Preise für dieses Niveau moderater als auf vergleichbaren Plätzen. So werden beispielsweise die Kosten für einen Stellplatz unabhängig von der Anzahl der Personen berechnet.
„Nach meiner Ansicht muss es sich jeder erlauben können, ein Wochenende lang den Kopf auszuschalten und in der Natur gemütliche Stunden zu verbringen“,
begründet Michael Welde seine Preisgestaltung. Der Erfolg gibt ihm recht. Die meisten Urlauber buchen bereits für die kommenden Jahre und schätzen das Miteinander und die wenigen Regeln. „Ganz ohne geht es natürlich nicht, aber es sind so wenige wie nötig“, bekräftigt Michael Welde.
Auf dem Weg zum besten Campingplatz Sachsens
Im Laufe der Saison 2026 hat er dann noch ein neues Highlight in petto. Unter dem zentralen Sanitärgebäude wird künftig der ausgebaute Keller zur Entspannung einladen: Sauna, Salzgrotte, Schwimmbecken und eine Wärmekammer sorgen mit dem Sandstein für noch mehr Gemütlichkeit und Entschleunigung.
SuPs, Tretboote, Fahrräder und selbst ein Auto können auf dem Campingplatz ausgeliehen werden. Foto: Dirk Bretti
„Dann kann der Platz erst einmal ein wenig ruhen und die Gäste noch mehr von sich überzeugen. Größere Umbauten sind vorerst nicht geplant“, erklärt Michael Welde und fügt hinzu, dass sein großes Ziel darin besteht, irgendwann der beste Campingplatz in Sachsen zu sein. „Ich liebe es einfach hier. Wenn die Sonne hoch über den Bäumen steht, der Nebel im Herbst über das Wasser zieht oder wenn die Schwäne starten – dann holt einen die Natur wieder zurück auf das Wesentliche“, schwärmt er.
Autorin: Christiane Schwarzbach