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Faszination Antarktis im Panometer Leipzig

Für das neue Panorama ist im Panometer Leipzig eine Welt aus Eis und Licht entstanden. Foto: asisi

Alle zwei bis drei Jahre lässt im Panometer Leipzig ein neues, unverwechselbares Rundbild Besucher in fremde Welten eintauchen. Aktuell ist hier mit „ANTARKTIS – Eine Welt aus Eis und Licht“ das fünfte Naturpanorama des Künstlers Yadegar Asisi zu sehen.

Die Reise auf den kältesten Kontinent der Erde folgt auf vorangegangene Panoramen der eisigen Bergwelt rund um den Mount Everest, des Regenwaldes Amazoniens, des Great Barrier Reefs und eines paradiesischen Kleingartens. Um ein solches 360-Grad-Kunstwerk Wirklichkeit werden zu lassen, müssen Yadegar Asisi und sein Team viele Monate recherchieren, reisen, fotografieren, zeichnen, planen und drucken.

Rundbild taucht ein in das Leben im Eis

In „ANTARKTIS“ treffen Wasser und Eis auf einer 32 Meter hohen Rundansicht aufeinander. Die Darstellung spielt mit der Wasserlinie als zentrale Perspektive. Auch die Besucherplattform befindet sich scheinbar auf dem Wasser vor dem Antarktischen Eisschild.

Über der Oberfläche ragen gewaltige Eisformationen in die Höhe, während unter Wasser das verborgene Leben der Antarktis sichtbar wird. Trotz der extremen Bedingungen pulsiert in den eisigen Gewässern ein faszinierendes Ökosystem: Schwärme von Krill bilden die Grundlage eines fragilen Nahrungsnetzes, das Pinguine, Wale, Seelöwen und zahlreiche Meeresvögel miteinander verbindet.

Der Künstler Yadegar Asisi fotografiert Pinguine.

Auch Pinguine wurden für das neue Antarktis-Panorama des Panometers Leipzig aufgenommen. Foto: asisi

Auf textilen Bahnen verdichtet Asisi diese beeindruckende Szenerie zu einer künstlerischen Hommage an eine der letzten weitgehend unberührten Regionen der Erde. „Die Antarktis ist ein Ort des Paradoxons“, so Yadegar Asisi.

„Sie ist das letzte große Naturreservoir und doch kein Paradies. Sie ist ewig, doch brüchig. In ihrer un­berührten Weite offenbart sie sich als Fragilität.“

Musik und Klänge des Komponisten Eric Babak, kombiniert mit einer Tag- und Nacht-Licht-Visualisierung und einer faszinierenden Polarlichtsimulation, komplettieren das Erlebnis.

Einblicke in die Expeditionen des Künstlers Yadegar Asisi

Begleitend zum monumentalen Panorama zeigt das Panometer Leipzig eine Ausstellung, die nicht nur die Geologie, das Klima und die Forschungsgeschichte der Antarktis thematisiert, sondern auch den persönlichen Zugang Yadegar Asisis zu diesem einzigartigen Naturraum dokumentiert. Einblicke in seine Expeditionen und künstlerische Recherchen zeigen, wie er sich die Antarktis aus der Perspektive des Malers und Erzählers erschlossen hat.

Bereits 2016 bereiste er die Region, um das Licht, die Strukturen des Eises und die Atmosphäre vor Ort zu erleben. Ergänzend dazu untersuchte er in Nordnorwegen die dortigen Polarlichter, die als Element in das Panorama einflossen.

Der Künstler Yadegar Asisi fotografiert in der Antarktis Eisberge.

Der Künstler Yadegar Asisi reiste für die Recherche zu den Eismassen der Antarktis. Foto: asisi

Yadegar Asisi wurde 1955 in Wien geboren, studierte Architektur an der Technischen Universität Dresden und Malerei an der Hochschule der Künste in Berlin. Seit 2003 realisiert er monumentale 360-Grad-Panoramen mit einer Größe von bis zu 3.500 Quadratmetern in haushohen Rundgebäuden. Besonders interessieren Asisi unerreichbare Naturräume, Stadtansichten mit ihren Einblicken in Strukturen und Gesellschaften sowie Momente der Zeitgeschichte.

Mithilfe seines Teams aus Architekten und Digital Artists für 3 D und Bildbearbeitung erstellt er seine Panoramawerke in jahrelanger Detailarbeit als hochauflösende digitale Gemälde aus abertausenden Fotografien, Zeichnungen, Skizzen und Malerei. Bei Fotoshootings mit Komparsen entstehen Szenenbilder, die Asisi in sein Werk einarbeitet. Das Panorama wird zuletzt auf über 30 Meter langen Stoffbahnen gedruckt und installiert.

Das Panometer Leipzig befindet sich im ehemaligen Gasometer und hat täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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