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Von Polstermöbeln bis Porzellan: Aktuelle Sonderschauen in Sachsens Museen

Sächsische Museen machen mit aktuellen Sonderausstellungen zu vielfältigen Themen Lust auf einen Besuch in der kalten Jahreszeit. Unsere Auswahl gibt Tipps für die nächsten Wochen und Monate.

Porzellanland Schlesien

bis 26.2.2023, Schlesisches Museum zu Görlitz

Porzellanteller

Foto: Schlesisches Museum zu Görlitz

In Görlitz gewährt das Schlesische Museum Einblicke in seine Sammlung schlesischer Porzellane, die zu den weltweit größten zählt. Zwei Teilausstellungen bilden die aktuelle Sonderschau: Darin stehen fast 2.000 ästhetische Objekte von Neu-Rokoko bis Art déco aus der Schenkung der Sammler Gerhard und Margret Schmidt-Stein für die Epoche von 1820 bis 1945. Der zweite Bereich umfasst Produkte des Porzellanherstellers Carl Tielsch & Co. aus Altwasser (heute Stary Zdrój), der einst größten Porzellanfabrik Deutschlands. Sie stammen aus der Sammlung von Adelheid Schmitz-Brodam.

Schlesisches Museum zu Görlitz, Schönhof, Brüderstraße 8, 02826 Görlitz

Öffnungszeiten

Dienstag–Donnerstag 10–17 Uhr; Freitag–Sonntag 10–18 Uhr

Fake. Die ganze Wahrheit

bis 5.3.2023, Deutsches Hygiene-Museum Dresden

Frau an Hörstation in Ausstellung "Fake"

Foto: Isabel Noack

Für diese Sonderschau, die keine „normale“ Ausstellung ist, verwandelt sich ein Teil des Museums in das „Amt für die ganze Wahrheit“ mit Abteilungen wie der Zentralen Lügenanlaufstelle, der Dienststelle für Wahrheitsfindung und -sicherung oder der Fachabteilung für Lügenerziehung und angewandte Pinocchioforschung. Die Besucher nehmen hier, auch wortwörtlich, auf dem Lügendetektor Platz und werden mit ihren eigenen moralischen Überzeugungen, ihren kleinen und großen Mogeleien zu aktiven Beteiligten.

Deutsches Hygiene-Museum, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden

Öffnungszeiten

Dienstag–Sonntag, Feiertag 10–18 Uhr

Pompeji & Herculaneum. Leben und Sterben unter dem Vulkan

bis 12.3.2023, smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz

„Müllhalde“ am Meeresboden im Hafen des antiken Neapel, 1.–3. Jh. | Leihgeber/Foto: Ministero per i Beni e le Attività Culturali – Soprintendenza Archeologia Belle Arti e Paesaggio per il Comune di Napoli

Auf 900 Quadratmetern entführt die Ausstellung in die pulsierenden Städte Pompeji und Herculaneum am Golf von Neapel. Der Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. löschte beide binnen weniger Stunden aus. Erhalten blieben Momentaufnahmen des römischen Alltags, die durch archäologische Überlieferungen normalerweise verwehrt bleiben. Die Schau zeigt einige der berühmten Gipsabgüsse der Menschen im Augenblick ihres Todes. Schmuck und Tafelgeschirr, im letzten Moment versteckt, machen die Hoffnung der Bewohner sichtbar, nach der dramatischen Rettungsaktion in ihr Zuhause zurückkehren zu können. Brote, Früchte, Holzmöbel und Wandmalereien haben sich nirgends sonst in dieser Qualität erhalten.

smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz, Stefan-Heym-Platz 1, 09111 Chemnitz

Öffnungszeiten

Dienstag–Sonntag, Feiertag 10–18 Uhr

Donnerstag 10–20 Uhr

geschlossen: 24./25.12., 31.12., 1.1.

Der Marienberger Bergmann und seine reichen Anbrüche

bis 12.3.2023, Pferdegöpel auf dem Rudolphschacht Lauta

Pferdegöpel Lauta

Foto: Stadtverwaltung Marienberg

Die 1521 entstandene Stadt Marienberg ist die jüngste Bergstadtgründung im Zuge des reichen Silbersegens im Erzgebirge. Den einst aussichtsreichen Silberfunden folgten Jahrhunderte einer wechselvollen Bergbaugeschichte, in denen verschiedene Mineralien im Marienberger Revier in unterschiedlicher Ausbeute gefördert wurden. Neben dem Silber waren es vor allem Kobalt, Arsen, Zinn und Kupfererze sowie nach dem Zweiten Weltkrieg der Bergbau auf Uran und Fluorit. Die Sonderausstellung im Besucherzentrum des Pferdegöpels zeigt traditionell handwerklich gefertigte Bergleute im Einklang mit „Schönheiten“ der Marienberger Mineralienwelt.

Pferdegöpel auf dem Rudolphschacht, Lautaer Hauptstraße 12, 09496 Marienberg OT Lauta

Öffnungszeiten

Dienstag–Sonntag, Feiertag 10.30–16.30 Uhr (letzter Einlass 16 Uhr); 1.1. 13–16.30 Uhr

geschlossen: 24.12., 31.12.

BESESSEN. Die geheime Kunst des Polsterns

bis 26.3.2023, GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig

Sofa, Bocca, Entwurf: Studio 65, 1971, Gufram, Balangero, Turin, Löffler-Collection, Reichenschwand © Löffler-Collection, Reichenschwand

Gepolsterte Sitzgegenstände sind mehr oder weniger beständige Begleiter des Alltags. Die Ausstellung spürt den Möbeln und ihrem Innenleben nach, vermittelt sinnlich und spielerisch Wissenswertes, lädt zum vergleichenden Probesitzen ein und stellt dar, warum das Polstern immer auch Teil einer Kultur- und Sozialgeschichte ist. Das GRASSI Museum präsentiert mehr als 100 Polstermöbel der vergangenen 400 Jahre, vom Renaissance-Stuhl über den Ratssessel des frühen 17. Jahrhunderts, vom ersten Fitnessgerät Chamber Horse des späten 18. Jahrhunderts bis zum bewunderten Designobjekt und den Experimenten der vergangenen Jahrzehnte.

GRASSI Museum für Angewandte Kunst, Johannisplatz 5–11, 04103 Leipzig

Öffnungszeiten

Dienstag–Sonntag, Feiertag 10–18 Uhr

geschlossen: 24.12., 31.12.

Meine kleine und große Welt. Leben und Werk des Oberlausitzer Malers Max Langer (1897–1985)

bis 16.4.2023, Städtische Museen Zittau, Heimatmuseum Herrnhut, Faktorenhof Eibau, Heimatmuseum Ostritz

Max Langer (1897–1985), Dorfbild aus Niederoderwitz, 1928, Öl auf Hartfaser, 91,0 × 122,0 cm (mit Rahmen), Max-Langer-Erben, Foto: René E. Pech

In der Lausitz und darüber hinaus sind die Gemälde, Hinterglasbilder und bemalten Alltagsgegenstände des Oberlausitzer Malers Max Langer bis heute populär. In seine Stillleben und Porträts, die Landschaften und dörflichen Szenen flossen Eindrücke der Kunstgeschichte sowie der Volkskunst ein. Die Sonderausstellung an vier Orten macht das Werk Max Langers erneut erlebbar: In den Städtischen Museen Zittau ist in diesem Rahmen ein Querschnitt aus seinem Lebenswerk zu sehen, darunter der 35-teilige Zyklus von Deckfarbenbildern zum „Lausitzer Weberleben“ von 1956/57. Das Heimatmuseum Herrnhut zeigt Landschaften, Stillleben und Fantasien sowie zahlreiche Hinterglasgemälde Langers und seinen Nachfolger; im Faktorenhof Eibau liegt der Fokus neben Landschaften, Blumenstillleben, Karikaturen und Skizzen sowie Hinterglasmalereien auf dem achtteiligen Zyklus von Deckfarbenbildern zum „Lausitzer Weberleben“ von 1920 sowie Porträts. Werke aus zwei Privatsammlungen präsentiert das Heimatmuseum Ostritz.

Städtische Museen Zittau, Klosterstraße 3, 02763 Zittau

Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag 10–17 Uhr; geschlossen: 24./25.12.

Heimatmuseum der Stadt Herrnhut, Comeniusstraße 6, 02747 Herrnhut

Öffnungszeiten: Dienstag–Freitag 9–17 Uhr; Samstag, Sonntag, Feiertag 10–12 Uhr und 13–17 Uhr; 25./26.12., 1.1. 13–17 Uhr

Heimat- und Humboldtmuseum im Faktorenhof Eibau, Hauptstraße 214 a, 02739 Kottmar OT Eibau

Öffnungszeiten: Dienstag–Freitag 10–12 Uhr und 13–16.30 Uhr; Samstag, Sonntag, Feiertag 13–17 Uhr

Heimatmuseum Ostritz, Klosterstraße 1, 02899 Ostritz

Öffnungszeiten: Samstag, Sonntag 14–17 Uhr und nach Vereinbarung

Wiesen | Gärten | Moore | Wälder – Naturräume im Erzgebirge

bis 1.5.2023, Schloss Schlettau

Gemälde erzgebirgische Landschaft

Rudolf Manuwald, Weite Landschaft, 1987 © Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst

Die 2003 gegründete Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst präsentiert in der aktuellen Sonderausstellung Gemälde, Zeichnungen, Grafiken und Fotografien zu vielfältigen erzgebirgischen Landschaftsformen wie Bergwiesen, Mooren, Wäldern oder Gärten, aber auch zu den Themen Naturzerstörung und Umweltschutz. Weitere Exponate widmen sich Bäumen, so beispielsweise dem für die Region typischen Vogelbeerbaum, oder auch speziellen Pflanzen wie etwa seltenen Orchideen. Gezeigt werden Werke von Rudolf Manuwald, Carl-Heinz Westenburger, Hans Weiß-Aue, Gottfried Rothe, Hugo Türke, Priscilla Ann Siebert und anderen.

Schloss Schlettau, Schlossplatz 8, 09487 Schlettau

Öffnungszeiten

Dienstag–Sonntag, Feiertag 10–17 Uhr (letzter Einlass 16 Uhr)

geschlossen: 24.–26.12., 31.12., 1.1.

Bauer sucht Schloss. Schloss Weesenstein in bürgerlicher Hand

bis 25.2.2024, Schloss Weesenstein

Ausstellungsraum "Bauer sucht Schloss"

Foto: Schloss Weesenstein

In der interessanten Sonderausstellung steht ein vergleichsweise kurzes, jedoch sehr spannendes Kapitel der Weesensteiner Geschichte im Fokus. 1917 veräußerte Prinz Johann Georg von Sachsen seinen Besitz Schloss Weesenstein samt Park und Rittergütern für 1,9 Millionen Mark. Neuer Eigentümer wurde der erfolgreiche Textilunternehmer Emil Alwin Bauer aus Aue. Das Schloss reizte den Fabrikanten dabei weit weniger als die lukrativen Ländereien. Dennoch hatte Bauer große Pläne für das trutzige Bauwerk, wollte es wohnlich gestalten und beauftragte den Architekten Max Herfurt mit extravaganten Entwürfen. Umgesetzt wurden diese aber nie. Die Ausstellung erzählt vom Leben und Wirken des Unternehmers, von seiner Familie und seiner Firma.

Schloss Weesenstein, Am Schlossberg 1, 01809 Müglitztal

Öffnungszeiten (bis 31.3.2023)

Dienstag–Sonntag 10–16 Uhr

Alle Angaben ohne Gewähr

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